Kein Sieg am Wochenende: D-Jugend draußen stärker als drinnen

16.02.2016

Obwohl alle Spieler natürlich erst in diesem Jahrhundert geboren sind, könnte man aufgrund der Spielergebnisse in diesem Jahr den Eindruck gewinnen, dass sie noch aus einer Zeit stammen, als man ausschließlich draußen spielte und meistens bei Kälte und Regen. Denn nur so kann man die Ergebnisse dieses Wochenendes für die von Trainer Wolfgang Falck und dem Betreuerteam Norbert Penders und Dirk McMorrow gecoachte Mannschaft wirklich erklären.

Verstärkt um Tom Heggemann von der E-Jugend und Marlon Neumann aus der C-Jugend, beide hatten in der letzten Saison mit unserem Team gespielt, trat man am Freitagabend beim ewigen Rivalen in Waldniel an. Marlon vertrat im Abwehrverbund den grippegeschwächten Jan-Luca Luca Penders und bildete mit Kapitän Florian Wagner und Erkan Kanat die Dreier-Reihe. Dahinter stand Lasse Schwich im Tor. Das Mittelfeld bildeten Hasan Kurdi, Michel Hoppe und Nils Hoppe. Tom durfte sofort in der Startformation als Stürmer ran.
Bevor sich der Gegner überhaupt richtig sortiert hatte, kam es zu einem überfallartigen Angriff der Schaager, die mustergültig Tom in der Spitze bedienten, der eiskalt zur frühen 1:0-Führung einschoss. Auch danach blieb Schaag zunächst spielbestimmend und der gegnerische Trainer hatte alle Hände voll damit zu tun, seine Hintermannschaft einigermaßen zu sortieren. Ganz klare Torchance sprangen für Schaag aber nicht mehr heraus. Mit zunehmenden Spielverlauf gelang es Waldniel, hinten die Räume dicht zu machen und nun selber gefährlicher in die Schaager Hälfte zu kommen. Unruhig wurde die Partie, als nach einem Foul von Nils der gegnerische Trainer lautstark von Wolfgang eine Maßregelung für Nils einforderte. Es blieb aber bei dem berechtigten Freistoß und einer Verwarnung für den heißspornigen Schaager Offensivspieler.
Trotzdem übernahm Waldniel mehr und mehr das Kommando und kam zu gefährlichen Szenen im Schaager Strafraum. Und tatsächlich viel dann noch vor der Pause der nicht unverdiente Ausgleichstreffer. Waldniel hatte im Mittelfeld den Ball erobert und spielte dann schnell in die Tiefe, wechselte die Seite und von halb rechts wurde Lasse überwunden. Ohne entscheidende Szenen ging es dann in die Pause. Wolfgang hatte bereits kurz vor der Pause Talha Tekin die Chancen und Hasan eine Ruhepause gegeben. Später griff dann wieder Hasan in das Spielgeschehen ein.
Weitere Wechsel blieben aus und so startete die Schaager D-Jugend wieder in das hart umkämpfte aber nicht unfaire Spiel. Während sich Waldniel einige Male frei spielen konnte, es aber an der Präzision beim letzten Ball fehlen ließ, fand der Schaager Angriff kein wirkliches Durchkommen mehr beim Abwehrriegel der Gastgeber.
Folgerichtig entstanden dann die gefährlichen Szenen nach Standardsituation. Zunächst gab es Freistoß für Waldniel halb rechts vom Strafraum, der aber von der aufmerksamen Abwehr der Gäste entschärft werden konnte. Wenig später versuchte Tom durchzubrechen, wurde aber mit überhartem Körpereinsatz zu Fall gebracht. Den fälligen Freistoß von halb links nutzte Nils dann, mit einem tollen Schuss unter die Latte, zur erneuten Führung für die Kämpfer des SuS zu treffen.
Da waren aber immer noch über 10 Minuten zu spielen. Dennoch verteidigte die Mannschaft aus Schaag hinten gut und eine 100-prozentige Torchance konnte der Gastgeber nicht herausspielen. Das Schaager Team hatte aber auch an diesem Abend nicht die spielerischen Möglichkeiten, um selbst noch zu weiteren hochkarätigen Torchancen zu kommen.
Dann gab es kurz vor Schluss noch einmal Ecke für die Gastgeber. Der scharf angeschnittene Schuss touchiert die Latte und landet dann vor dem hinteren Pfosten, wo Lennart unglücklich aber fast unvermeidbar mit dem Ball in Kontakt kommt und ihn ins eigene Netz lenkt. So kam es dann kurz vor Schluss zum zwar unglücklichen aber eigentlich nicht unverdienten Ausgleich für die Gäste.
Wenig später wurde die hart umkämpfte Partie abgepfiffen. Somit stehen gegen Waldniel in dieser Saison zwei Unentschieden zu Buche, die jeweils durch ein Eigentor eines Spielers, im Hinspiel war es Jan-Luca zum 3:3, entschieden wurden. Dennoch konnte Schaag mit diesem Punktgewinn einen Verfolger auf Abstand halten und seine gute zweite Tabellenposition sichern.

Mit diesem grundsätzlich erfolgreichen Start ins Wochenende konnte das Team eigentlich mit breiter Brust beim Hallenturnier des TSF Bracht in der neuen Mehrzweckhalle in Brüggen antreten. Relativ unverständlich wurden allerdings kurz vor Turnierbeginn die Gruppen so getauscht, dass die Schaager D-Jugend in die klar stärkere Gruppe wechselte und nunmehr gegen Thomasstadt Kempen, SV Straelen und die Mannschaft von Bracht I um den Einzug in das Halbfinale kämpfen musste.
Dieses ambitionierte aber nicht unrealistische Ziel sollte man gleich im ersten Gruppenspiel gegen Kempen erreichen, wobei Trainer Wolfgang Falck zunächst auf folgende Formation setzte: Marcel Strache im Tor, davor Florian Wagner und Michel Hoppe in der Abwehr und als Dreier-Angriff vor Lennart McMorrow und Nils Hoppe Christian Bruchhage. Wolfgangs Taktik, gegen die Gegner, die die Stärken der Schaager Angriffsspitzen nicht kannten, diese sofort auszunutzen, ging quasi mit dem ersten Angriff auf: Nils setzte sich durch und konnte zur frühen 1:0-Führung einschieben.
Auch danach blieb das SuS-Team auf Augenhöhe, wenn auch Kempen mit zunehmender Spielzeit gefährlicher wurde. Leider nutzten die Spieler aus der Thomasstadt es dann aber doch aus, dass der Abwehrverbund nicht entscheidend klären konnte und erzielte den Ausgleich. Im weiteren Verlauf wurde Kempen aber immer stärker und setzte Schaag zunehmend unter Druck. Klare Spielzüge des Teams von Wolfgang blieben Mangelware und so war es nicht überraschend, das Kempen mit 2:1 in Führung ging. Auch die Auswechslung von Florian für Talha und der taktische Wechsel mit Michel weiter vorne und Erkan in die Abwehr, wobei Christian für ihn ausgewechselt wurde, brachte keine entscheidende Wende. Zwar konnte im weiteren Spielverlauf durch Lennart noch ein Treffer erzielt werden, aber letztendlich behielt Kempen 4:2 die Nase vorn. Somit machte sich nach diesem ersten Turnierspiel Ernüchterung breit und es ging im zweiten gegen Straelen schon um den Turniererfolg.
Wolfgang stellte die Anfangsformation etwas um: Erkan blieb mit Florian in der Abwehr und Nils, Michel und Lennart sollten für die Tore sorgen. Tatsächlich gelang dies wieder wie im ersten Spiel und wiederum Nils brachte die Jungs in Führung. Doch leider wiederholte sich dann der Spielverlauf wie im ersten Spiel. Straelen wurde besser und konnte den Ausgleich erzielen. Es entstand nun ein Spiel auf Augenhöhe bei dem die ganz klaren Chancen ausblieben. Kurz vor Schluss war dann aber doch Straelen glücklicher und konnte das 2:1 erzielen. Das war alles in allem trotzdem nicht unverdient, da Straelen ein besseres Spielverständnis für die Halle erkennen ließ, während wie schon im ersten Aufeinandertreffen gegen Kempen die D-Jugend immer wieder in zwei Mannschaftsteile zerfiel und somit sowohl in der Abwehr wie im Angriff in Unterzahl agieren musste.
Jetzt ging es im letzten Gruppenspiel gegen den Turnierfavoriten Bracht I darum, zu einem versöhnlichen Abschluss des Turniers zu kommen. Man sah der Mannschaft an, dass sie sich etwas vorgenommen hatte und so nutzte sie die erste Spielphase aus, um diesmal mit Michel zur Führung zu kommen. Ein wenig war das aber auch so, als hätte man einen Tiger gereizt, denn nun kam es zu wütenden Angriffen der zurückliegenden Gastgeber. Eins um das andere Mal schmissen sich die Abwehrrecken des SuS Schaag diesen Angriffen entgegen und auch Marcel hielt sehr gut. Doch dann nahm das Unheil seinen Lauf. Ein etwas verunglückter Abwurf des Keepers landete bei den Brachtern, die diese Chance zum Ausgleich gnadenlos ausnutzten. Nur wenig später passte Florian unglücklich zum Schaager Keeper zurück, der den Ball nicht wirklich aus der Gefahrenzone bugsierte und so stand es 1:2.
Das Trainerteam reagierte nun und wollte den Ergänzungsspieler Spielpraxis vermitteln, auch weil man gegen das überlegene Team nunmehr im letzten Gruppenspiel auch keine wirkliche Chance mehr sah. Christian, die Bruder Hasan und Husein Kurdi und auch Talha hatten aber dann keine Möglichkeit, den Sturmlauf der wie aufgedreht spielenden ersten Mannschaft aus Bracht aufzuhalten. 9:1 lautete dann das bittere Ergebnis dieses letzten Gruppenspiels.
Es folgte noch hinter der Bande eine lange Nachbesprechung mit Trainer Wolfgang Falck. Seine Spieler konnten in keinem der Gruppenspiele ihr Potenzial entfalten und musste mit ansehen, wie der Gegner vom gestrigen Abend, Waldniel, als Gruppenerster der anderen Gruppe ins Halbfinale einzog und letztlich Turnierzweiter wurde.
Trotzdem war das Turnier noch nicht ganz zu Ende, denn im Spiel um Platz sieben gegen die dritte Mannschaft aus Bracht ging es darum, doch noch zu zeigen, was man leisten kann. Da Wolfgang terminlich verhindert war, übernahmen nun Norbert Penders und Dirk McMorrow das Coaching. Dabei vertrauten sie wieder der Startformation aus den letzten Spielen.
Ob es nun an der Ansprache von Wolfgang oder der Einstellung durch die beiden Interimstrainer gelegen hatte, jedenfalls zeigte sich auf einmal eine ganz andere Mannschaft auf dem Feld. Endlich wie aus einem Guss spielend waren alle Feldspieler vorne wie hinten aktiv. In der aufgeheizten Stimmung durch das heimische Publikum wuchs aber auch Bracht III über sich hinaus.
In der hektischen, spannenden und hart umkämpften Partie stand es dann schnell 1:1. Bracht blieb stark und Schaag warf sich dagegen und versuchte selbst zu entscheidenden Angriffen zu kommen. Doch zunächst konnte wiederum der Gastgeber den Treffer zur erneuten Führung setzen. Unser Team ließ sich davon aber nicht beeindrucken, sondern setzte nach und es war Lennart McMorrow, der toll freigespielt wurde und sich diese Chance nicht entgehen ließ und somit zum 2:2-Ausgleich einschoss.
Die Halle bebte und die Zuschauer peitschten mit TSF-Rufen das Heimteam nach vorne. Doch der Abwehrverbund der Schaager hielt stand und warf sich immer wieder dazwischen. Als nur noch etwas über 1 Minute zu spielen war, rollte ein erneuter Angriff auf das Tor zu. Mit aller Kraft versucht man die Stürmer zu stoppen, doch dann tat sich eine verhängnisvolle Lücke auf und Bracht traf zum wohl entscheidenden 3:2. Aber das beherzt kämpfende Team aus Schaag wollte nicht aufgeben, wollte nicht mit solch einer Niederlage das Turnier verlassen.
Mit letzter Kraft und vollem Einsatz fuhren sie nun einen Angriff auf das gegnerische Tor, und tatsächlich fand Nils die Möglichkeit zum Schuss und traf Sekunden vor Spielschluss zum umjubelten 3:3-Ausgleich.
Nun musste die Entscheidung im Elfmeterschießen, oder besser gesagt Neunmeterschießen gefunden werden. Schnell waren die Schützen bestimmt und als erster trat Nils an. Gerade noch gefeierter Torschütze zielte er Millimeter neben den Pfosten - daneben. Bezeichnend für den frisch geweckten Teamgeist war, dass die anderen ihn sofort trösteten. Bracht verwandelte dann, aber Lennart blieb ruhig und traf zum Anschluss. Bracht traf wieder und Michel konnte wiederum Anschluss halten. Dann schoss ein Brachter über das Tor und Florian verwandelte präzise zum Ausgleich. Als dann Erkan vergab jubelte die Halle - doch zu früh: Auch der fünfte Brachter Schütze konnte nicht verwandeln. Als Sechster Schaager legte sich dann Christian den Ball zurecht, doch die Schiedsrichter wollten nur noch aus dem Kreis der ersten Fünf Schützen zulassen - gegen alle bekannten Regeln. Lennart trat daher erneut an und verwandelte; ebenso der nächste TSF-Schütze. Nun musste Florian zum zweiten Mal antreten - und scheiterte unglücklich am Torwart. Diesmal ließ sich Bracht die Chance nicht entgehen und traf zum Siegtreffer.
Das Schaager Team, allen voran der mutige aber untröstliche Kapitän, war nun erst am Boden zerstört. Aber mehr und mehr setzte sich die Erkenntnis durch, das heiß umkämpfteste und stimmungsvollste Turnierspiel abgeliefert zu haben und endlich als kämpfende Einheit aufgetreten zu sein. Zu Recht konnte man dann hoch erhobenen Hauptes den kleinen Pokal abholen und wieder etwas fröhlicher zum Mannschaftsfoto antreten!

Vielleicht sollte man demnächst die Hallenturniere draußen spielen oder zumindest nicht mehr heizen - damit mehr "draußen" ist: Das klappt nämlich beim aktuellen Tabellenzweiten der Staffel besser! Die Saison hat somit noch einiges zu bieten und nächstes Wochenende geht es zu Hause gegen Leuth weiter.